Siegfried Lenz vertraut sein persönliches Archiv dem Deutschen Literaturarchiv an

© Ingrid von Kruse


Die Erzählungen von Siegfried Lenz prägten Millionen Leser. Am vergangenen Samstag hat er bei seinem Besuch im Deutschen Literaturarchiv in Marbach seine Entscheidung bekräftigt, sein persönliches Archiv der Forschung zur Verfügung zu stellen.

"Herzlich willkommen in der Marbacher Unterwelt." Mit diesen Worten begrüßte der Direktor des DLA, Ulrich Raulff, den 88-Jährigen am 5. April 2014 auf der Schillerhöhe in Marbach. Siegfried Lenz, der zu den großen Autoren der deutschen Nachkriegszeit zählt, war gekommen, um die Entscheidung, sein persönliches Archiv dem Deutschen Literaturarchiv zu übergeben, öffentlich zu machen.

"Es macht mich glücklich, dass man allem, was sich in den Jahrzehnten auf, neben und unter meinem Schreibtisch angesammelt hat, hier mit dem Gefühl froher Erwartung begegnet", äußert sich Siegfried Lenz. Hier spüre er "enormen Sachverstand". Er bewundere die Leidenschaft aller an diesem Projekt Beteiligten. DLA-Direktor Ulrich Raulff sagte: "Sie ahnen nicht, was dieser Tag für uns bedeutet." Marbach wünsche sich seit Jahrzehnten, Manuskripte und Briefe von Lenz aufnehmen zu dürfen.

Handschriften, Bücher und Dokumente von und über Siegfried Lenz werden in Marbach bereits seit den 1950er Jahren kontinuierlich gesammelt. Die Bibliothek des Deutschen Literaturarchivs Marbach verfügt über all seine Werke, zudem über eine umfassende Dokumentation seiner Präsenz im literarischen Leben und öffentlichen Diskurs der Bundesrepublik. Neben seinen Büchern umfasst die Sammlung u. a. Zeitungsausschnitte, audiovisuelle Medien (insgesamt 529 Dokumente) und eine reiche Sammlung Sekundärliteratur (520 Dokumente). In zahlreichen Vor- und Nachlässen finden sich Handschriften von Siegfried Lenz u. a. Briefe an Alfred Andersch, Paul Celan, Hilde Domin, Günter Kunert, Marcel Reich-Ranicki und Carl Zuckmayer.

Das Deutsche Literaturarchiv in Marbach wurde 1955 gegründet und hat sich zum Ziel gesetzt, Texte und Dokumente der neueren deutschen Literatur zu sammeln, zu ordnen und zu erschließen.

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