Siegfried Lenz

Hörspiele

Werk, Bd. 18

Autor:
Siegfried Lenz
Titel:
Hörspiele
ISBN:
978-3-455-04272-6
Verlagsbereich:
HoCa - Belletristik
Einband:
Schutzumschlag
Produktart:
Buch
Erscheinungsdatum:
25.09.1998
Verfügbarkeit:
lieferbar
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21,90 (CH)
Die in diesem Band zusammengefaßten Hörspiele - "Das schönste Fest der Welt", "Die Enttäuschung", "Das Labyrinth", "Die Haussuchung" - stammen aus der Zeit von 1953 bis 1967; sie sollten in engem Zusammenhang mit der im gleichen Zeitraum entstandenen erzählenden Prosa gesehen werden. In ihrer äußeren Form sind sie durchweg einfach und von szenischer Kontinuität; selbst da, wo phantastische Handlungselemente zugrunde liegen, haben sie etwas von dem Realismus der epischen Arbeiten des Autors. Ihre beherrschende Form ist der Dialog - eine Form, die Lenz nicht nur souverän handhabt, sondern zu der er offenbar auch ein besonderes Verhältnis pflegt: sie läßt Raum für eine ganz spezifische Art unterschwellig verborgenen Humors. Hinter der vordergründigen Handlung dieser Hörspiele - ob es sich nun um einen Anschlag auf eine Gala-Party handelt, um einen mißlungenen Gefangenenausbruch oder um das Verschwinden unwillkommener Besucher in einem mysteriösen Labyrinth - steckt ein gemeinsamer Wesenszug: es geht ihnen um den Zwiespalt von Freiheit und Ordnung. Oder, genauer gesagt, um die Unfreiheit der Menschen und um ihre Versuche, sich dagegen aufzulehnen. Die konkrete Situation führt zur Erhellung übergeordneter Zusammenhänge: so wird das Hörspiel zum Denkspiel. "Hatte Dürrenmatt", so urteilte Manfred Leier in der "Welt der Literatur", "einst die Groteske zur einzig möglichen Form des Komischen erklärt, so ist Lenz von der harten Hand des erbarmungslosen Dichters weit entfernt. Seine Figuren stehen immer im Ruch besonnter Gegenwart. Es sind schwärmerische Geister oder böswillige Tanten, sie haben Humor und List, doch sie verwenden beides auf den Mord im Schlafrock. Es sind liebliche Landschaften, die Lenz entwirft, und sie behalten einen Hauch von Märchen, auch wenn sie böse sind, auch wenn sie moralisch werden. Sie haben einen Anflug von Idylle, und das ist symptomatisch für den Rang, den sie in der deutschen Literatur von heute einnehmen. "