"Über die Verwahrlosung des Hauptstadtjournalismus" - eine gewagte Überschrift, findet Anja Reschke, Panorama-Moderatorin. Im Café Einstein, einem der  | | © Ragna Sieckmann | | Thomas Leif, Ines Pohl, Richard Meng, Anja Reschke und die Autoren Stephan Weichert und Leif Kramp (v.r.n.l.) | Treffpunkte für Politiker und Journalisten in Berlin, hat sie mit den richtigen Personen gesprochen, um den Stand dieser Verwahrlosung zu überprüfen: Zum Erscheinen des Buchs "Die Meinungsmacher" von Stephan Weichert und Leif Kramp führte sie eine Podiumsdiskussion zum Thema. Mit ihr nahmen neben den Autoren Platz: Ines Pohl, Chefredakteurin der taz, Richard Meng, Senatssprecher in Berlin, und Thomas Leif, Chefreporter des SWR und Vorsitzender des Netzwerks Recherche. Während Ines Pohl immer wieder versuchte, ihre Zunft oder zumindest ihre Redaktion vor dem Vorwurf der voreiligen Berichterstattung zu schützen, sprach Leif eindrucksvoll von hastig verbreiteten Halbwahrheiten und mangelnder Distanz. Es habe sicher seinen Grund, dass oftmals im Hunderte von Kilometer entfernten München besser über die Bundespolitik geschrieben würde als in der Hauptstadt selbst. Dass auch das Internet großen Einfluss auf die journalistische Arbeit nimmt, bestätigte das gesamte Podium. Einerseits beförderten die großen Nachrichtenseiten den Zeitdruck, der im tagesaktuellen Journalismus ohnehin schon groß sei. Andererseits aber biete das Internet insbesondere freien Journalisten neue Plattformen und Wege, um News an die Leser zu bringen. "Die Meinungsmacher. Über die Verwahrlosung des Hauptstadtjournalismus" von Stephan Weichert und Leif Kramp ist im Mai erschienen. |