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Gunter Haug |

Das im Hoffmann und Campe Verlag erschienene Buch „Niemands Tochter. Auf den Spuren eines vergessenen Lebens“ von Gunter Haug findet in Paris diplomatische Beachtung.
In seinem Buch beschreibt der 47-jährige Autor das Leben seiner Großmutter, der 1903 geborenen Maria Reingruber, die nicht nur Waisenkinder in ihre zehnköpfige Familie aufnahm, sondern während des Zweiten Weltkrieges auch zahlreichen Flüchtlingen Unterschlupf in ihrem kleinen Haus in Rothenburg ob der Tauber gewährte. Auf diesen humanitären Aspekt, der in Haugs Buch zum ersten Mal nach rund 60 Jahren Erwähnung findet, wurde unlängst der ehemalige französische Außenminister Roland Dumas aufmerksam.
Gemeinsam mit dem jungen französischen Historiker Georges Saunier und mit Unterstützung des ehemaligen Außenministers Hans-Dietrich Genscher nahm Roland Dumas nun auch in Frankreich die Suche nach Zeitzeugen auf.
Der ehemalige französische Präsident François Mitterrand, unter dem Dumas 10 Jahre lang Außenminister war , kam auf seiner dreiwöchigen Flucht im März 1941 aus dem thüringischen Kriegsgefangenen-Arbeitslager Schaala bei Rudolstadt auch durch Rothenburg und versteckte sich hier. Es ist durchaus möglich, dass Gunter Haugs Großmutter ihn in dieser Zeit bei sich aufgenommen hat. Roland Dumas: „Neben den politisch, religiös und militärisch motivierten Widerstands-gruppierungen waren es einfache Leute, welche für ausländische Mitmenschen sogar ihr eigenes Leben aufs Spiel setzten. Es waren diejenigen Deutschen, über die nach dem Krieg kaum jemand sprach, und deren sich zu erinnern es in manchen Fällen anscheinend eines Zeitabstandes von bis zu zwei Generationen bedurfte. In diesem Buch erfahren Deutsche und Franzosen von einer solchen Frau.“
Buchautor Gunter Haug: „Ob unter den von meiner Großmutter versteckten Personen auch François Mitterrand war, ist geschichtlich relevant, doch für uns vor allem von menschlicher Bedeutung. Rang, Herkunft und Religion der während des Zweiten Weltkrieges im Alten Keller 17 Unterschlupf suchenden Personen interessierten meine Grossmutter nicht, sondern alleine die aktive Hilfe für Mitmenschen in Not. Dass das Leben dieser einfachen Frau einst auf höchster Ebene deutsch-französischer Diplomatie und Freundschaft verdiente Beachtung finden würde, hätte ich niemals gedacht – und sicher noch weniger sie selbst“. |
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BÜCHER |
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Niemands Tochter
Gunter Haug
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Das schwere, mutige Leben einer einfachen Frau hinter den Fassaden romantisch verklärter fränkischer ... |
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