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Hoffmann und Campe Verlag vergibt "Preis der Kritik 2002" an den Schriftsteller Martin Walser |

Der Hamburger Hoffmann und Campe Verlag verleiht im Jahr 2002 erstmals einen "Preis der Kritik". Die Auszeichnung soll Persönlichkeiten gelten, die sich auf herausragende Weise literaturkritische und literaturvermittelnde Verdienste erworben haben. Der Preis ist mit 99 Flaschen Wein und der Düsseldorfer Werkausgabe Heinrich Heines dotiert. (Heine ist einer der bedeutendsten Autoren in der Geschichte des Hoffmann und Campe Verlags.)
Erster Preisträger wird, so die Entscheidung einer hausinternen Jury unter Vorsitz des Programmchefs Dr. Rainer Moritz, der Romancier, Theaterautor und Essayist Martin Walser sein. Die Verleihung des Preises erfolgt am Freitag, 11. Oktober 2002, anlässlich des Buchmessenempfangs, den der Verlag im Frankfurter Main Tower gibt.
Mit dem 1927 in Wasserburg geborenen Martin Walser wird ein Schriftsteller ausgezeichnet, der sich seit den fünfziger Jahren immer wieder mit hohem Engagement und großer Intensität der Werke anderer Autoren angenommen hat. Seit seiner - unter dem Titel Beschreibung einer Form auch in Buchform erschienenen - Dissertation über Franz Kafka befasste sich Walser in Essays und Reden kontinuierlich mit Klassikern und mit neuen Stimmen der deutschen und europäischen Literatur. Fernab von den "aufgestellten Wortspalieren" der Tageskritik ging es ihm darum, Leidenschaft dafür zu wecken, "Literatur mit Haut und Haaren" aufzunehmen und das Gelesene zu einer Konfrontation mit dem eigenen Erleben zu machen.
"Ein Buch ist für mich eine Art Schaufel, mit der ich mich umgrabe" - diese Maxime leitet den Literaturvermittler Martin Walser und macht seine Einlassungen zu Proust, Heine, Hölderlin, Robert Walser, Goethe, Büchner oder Schiller zu "Liebeserklärungen" (so auch der Titel einer bei Suhrkamp erschienenen Sammlung), die zahllosen Leserinnen und Lesern neue Lektüreerfahrungen eröffnet hat.
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27.09.2002
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