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Ein literarisches Gemeinschaftserlebnis in Hamburg |

Unter dem Motto "Eine Stadt liest ein Buch" organisiert die Hamburger Kulturbehörde in Zusammenarbeit mit dem Hoffmann und Campe Verlag im kommenden November ein umfangreiches Lesewochenende. Siegfried Lenz und sein Roman "Der Mann im Strom" werden vom 3. bis 8. November im Mittelpunkt zahlreicher Vorträge, Lesungen und Diskussionen stehen. Für den Hoffmann und Campe Verlag ist das Lese-Ereignis ein schöner Anlass, eine preiswerte Sonderausgabe des Romans von 1957 zu veröffentlichen.
Siegfried Lenz, Ehrenbürger Hamburgs (2001) und Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels (1988), hat bereits seine Unterstützung und Teilnahme an diesem Projekt zugesagt. Es soll nach einem Senatsempfang zum Auftakt, Lesungen und Diskussionen in Schulen und den zahlreichen Leseorten der Hansestadt geben. In Kooperation mit dem Buchhandel sind Schaufensteraktionen geplant.
Die Initiatorin, Kultursenatorin Dr. Dana Horáková, hat mit diesem Vorhaben eine Idee aus den USA aufgegriffen, die dort seit 1998 großen Erfolg hat. Als erste Stadt hatte Seattle dieses aufwändige Leseereignis, bei dem möglichst viele Bewohner einer Stadt zur selben Zeit denselben Roman lesen und diskutieren sollten, in die Tat umgesetzt. Die von zahlreichen Veranstaltungen begleitete Aktion rund um einen literarisch anspruchsvollen Titel hat inzwischen Nachahmer in Chicago und Los Angeles gefunden und ist aufgrund des großen Zuspruchs fast ein nationales Leseereignis geworden.
Nach der englischen Stadt Leeds, die in 2002 zur Lektüre des Romans "Das Parfum" von Patrick Süskind aufgerufen hatte, ist Hamburg nun die zweite europäische Stadt, die sich auf diese Weise des Lesens annimmt und damit gleichzeitig den Austausch über Literatur in der Bevölkerung fördern will. In Zeiten der medialen Bilderflut und dem vor allem für Jugendliche zunehmend virtuellen und von daher isolierten Erleben vor dem Computer sei, es eine gute Gelegenheit diese Aktion aufzugreifen, die zu echtem Austausch führen könne. In Zusammenarbeit mit dem Hoffmann und Campe Verlag hat man sich für den erstmals 1957 erschienenen Roman "Der Mann im Strom" von Siegfried Lenz entschieden. Die Wahl ist kein Zufall. Ganz bewusst wollte man einen Titel ins Zentrum stellen, der außerhalb des schnelllebigen Mediengeschäfts und der erzwungenen Aktualität liegt, aber nichtsdestotrotz in seiner Thematik für heutige, vor allem junge Leser interessant ist. Der Roman spielt im Hamburger Hafen zur Zeit des Wiederaufbaus nach dem Krieg. Der alternde Hafentaucher Hinrichs fälscht seine Papiere, um an Arbeit zu kommen. Doch obwohl sein aus der Not geborener Schwindel ihm einen Job verschafft, verstrickt er sich immer tiefer in einer aussichtslosen Situation. Die Kultursenatorin und der Verlagsleiter Dr. Rainer Moritz waren sich darin einig, dass die hier behandelten Themen der sozialen Anerkennung und der Identitätssicherung durch Arbeit ihre Aktualität und Brisanz auch heute nicht verloren haben.
Wenn die Hamburger auf dieses Experiment ebenso begeistert aufnehmen, wie die Amerikaner, könnte die Aktion "Eine Stadt liest ein Buch" zu einer festen Einrichtung im Hamburger Kulturleben werden..
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Links:
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BÜCHER |
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Der Mann im Strom
Siegfried Lenz
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Hinrichs ist Taucher; er ist alt geworden in diesem Beruf. Fast zwanzig Jahre ist er Tag für Tag ... |
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