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Ende April 2002: 27 Schafe werden im sächsischen Mühlrose getötet: von Wölfen. Sie sind wieder da – nach mehr als 150 Jahren. Die Bürger diesseits der Neiße haben die vierbeinigen Einwanderer aus Polen bislang toleriert. Droht nun die Stimmung zu kippen?
Begleitend zum Film „Wölfe in Deutschland“ (in der bekannten Fernsehserie „Expeditionen ins Tierreich“), zeigt das Buch auf, was in Sachsen wirklich geschah. Zuerst wollen die beiden Biologinnen Gesa Kluth und Ilka Reinhardt das Gerücht von Wölfen in Sachsen nicht glauben. Doch dann entdecken sie Spuren und Beutereste. Schließlich finden sie deutliche Indizien, dass die Einwanderer aus Polen sogar Junge haben. Es ist klar: Ein Rudel hat sich etabliert – eine Sensation in Deutschland. Jahrhundertelang wurde der Wolf verfolgt und zuletzt restlos ausgerottet. Bislang hatten die Grenzgänger nie eine Chanceund und wurden allesamt abgeschossen.
Diesmal sieht die Situation anders aus: Die sächsischen Bundesförster setzen sich für ihre Neubürger im Revier – einem Truppenübungsplatz - ein. Und die Menschen im Dorf sagen, sie hätten keine Angst vor Wölfen, die seien doch harmlos. Da hätten sie früher im Krieg viel Schlimmeres erlebt. Doch dann werden die ersten Schafe gerissen – und einige Monate später die nächsten. Und schon wird der Ruf einiger Jäger und Bauern wieder laut, die Wölfe kurzerhand abzuschießen. Die Nebenrollen in der abenteuerlichen Geschichte an der polnisch-sächsischen Grenze spielen zwei Männer, die einen ganz besonderen Film drehen: Der Autor Holger Vogt gewinnt mit viel Engagement und dem richtigen Gespür das Vertrauen der Menschen vor Ort. Tierfilmer Uwe Anders gelingen nach über 70 Tagen und Nächten des Wartens auf zugigem Ansitz erstmals Aufnahmen der seltensten Raubtiere der Republik. So entsteht neben der Geschichte um die ersten deutschen Wölfe unserer Zeit, ihrer Freunde und ihrer Feinde auch eine Dokumentation über den – nicht ganz alltäglichen – Alltag eines deutschen Tierfilm-Teams.
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