 |
| © NDR | Marco Maas |
HOFFMANN UND CAMPE und der NDR hatten zu einer Sonntags-Matinee (20.03.) in das Rolf-Liebermann-Studio in Hamburg eingeladen, um den 85. Geburtstag von Siegfried Lenz zu feiern. Verleger Thomas Ganske und NDR-Intendant Lutz Marmor begrüßten 400 Ehrengäste, darunter Bundespräsident Christian Wulff, Hamburgs Ersten Bürgermeister Olaf Scholz, die Lenz-Freunde Altkanzler Helmut Schmidt und Nobelpreisträger Günter Grass und viele Schriftstellerkollegen, Schauspieler, Verleger und Hamburger Prominente.
Die von HOFFMANN UND CAMPE-Autor Ulrich Wickert moderierte Veranstaltung unter dem Titel „Über die Phantasie und das Alter“ wurde eine Sternstunde der deutschen Literatur und die „Ehrung eines Weltliteraten“ (Die Welt). Bundespräsident Christian Wulff war gekommen („weil es
 |
| © NDR | Marco Maas |
uns ein Herzensanliegen ist“), um Siegfried Lenz zu ehren und zu gratulieren: „Unser Land hat Ihnen sehr viel zu verdanken, unser Land ehrt Sie als einen der ganz Großen dieser Zeit – und unser Land tut gut daran, immer wieder auf Sie zu hören“. Siegfried Lenz bedankte sich mit einer Premiere: er las dem Publikum aus dem noch unvollendeten Manuskript seiner neuen Novelle „Die Maske“vor. Ein Privileg, das bis dahin nur seine Frau Ulla genießen konnte.
Verleger Thomas Ganske – begleitet von seiner Frau Victoria und Sohn Sebastian – betonte in seiner Begrüßungsrede („Lieber Siegfried“), dass „vor genau 60 Jahren zu Ostern 1951 Dein erstes Buch bei HOFFMANN UND CAMPE erschien, der Roman „Es waren Habichte in der Luft“. Ganske erinnerte an das 200-jährige Jubiläum des Verlages unter dem Motto „Ein guter Verlag wächst wie ein Baum“ und sagte: „Die Wurzel dieses Baums sind naturgemäß die Autoren, und wenn ich im botanischen Bild bleiben darf: Im 19. Jahrhundert war Heinrich Heine die Primärwurzel des damals jungen oft sturmbedrohten Baums, ab Mitte des 20. Jahrhunderts ranken sich die Wurzeln des mittlerweile witterungserprobten Tiefwurzlers um die Hauptwurzel Siegfried Lenz“.
Siegfried Lenz – so Thomas Ganske – sei dem Hause stets ein loyaler Weggefährte und Mahner in guten wie in schlechten Tagen gewesen. Die „vollkommene Übereinkunft zwischen Dir und Deinem Verlag hängt sicher primär an dem Umstand, dass Du „ein Virtuose der Nachsicht“ bist, wie Du es nennst“, sagte Thomas Ganske und schloss: „Siegfried, noch einmal: ich danke Dir! Für Deine Werke, für geteilte Einblicke und Erkenntnisse, für ungezählte gemeinsame Gespräche und Reisen. Für Deine Freundschaft“.
NDR-Intendant Lutz Marmor ehrte Siegfried Lenz als „Rundfunkautor der ersten Stunde“ mit Verweis auf den ersten Beitrag in einer Länge von 4 Minuten und 32 Sekunden, betonte die Treue des Erfolgsautors zum NDR die er als „masurische Anhänglichkeit“ bezeichnete.
Ulla Hahn, Brigitte Kronauer und Karl Heinz Ott lasen in der Matinee aus den Werken von Lenz, und der Jung-Autor Jan Christophersen schilderte, wie er von Lenz mit Rat bedacht wurde. In Gesprächen mit Ulrich Wickert sprachen Nobelpreisträger Günter Grass und die Schauspieler Jan Fedder und Axel Milberg über ihre Bekanntschaft und Arbeit mit Siegfried Lenz. Die Musikerin Natalie Böttcher untermalte die Feier mit Stücken auf Lenz’ Lieblingsinstrument, dem Akkordeon.
Nach der Matinee begrüßte HOFFMANN UND CAMPE-Geschäftsführer Günter Berg in der Heinrich-Heine-Villa im Harvestehuder Weg die Gäste zu einem Empfang, auf dem viel über Siegfried Lenz und die Literatur im Allgemeinem gesprochen und diskutiert wurde.