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| © Hans Schneider |
Hamburg, 25.11.2010. Spannende Diskussionen, wichtige Fragen und unglaubliche Fakten über Mafiosi mitten in Deutschland - Petra Reski,
die Expertin in Sachen Mafia, ist derzeit mit ihrem aktuellen Buch
Von Kamen nach Corleone auf Lesereise in Deutschland. In München, Frankfurt, Köln, ihrer Heimatstadt Kamen, Erfurt, Pfaffenhoven, Hamburg und Hannover las Reski vor gespannten Zuhörern. In Berlin wird sie zum Abschluss der Lesereise am 27. November ihr Buch vorstellen.
In Köln war die Diskussion besonders leidenschaftlich, denn hier kamen die Fragen nicht nur aus dem Publikum, sondern neben Reski hatten auch Volker Beck (Die Grünen), Rüdiger Thust (Ermittler in NRW) und Rosella Benati (Com.It.Es) zum Gespräch auf dem Podium Platz
genommen. Der große Saal der Caritas war bis in die letzte Reihe gefüllt, das Interesse - auch innerhalb der italienischen Gemeinde in Deutschland - wurde deutlich. Viele scheuen sich aber dennoch weiterhin, das Problem Mafia in Deutschland als solches zu erkennen. So beharrte Volker Beck von den Grünen darauf, dass mafiöse Verflechtungen in die Politik hierzulande allerhöchstens in seltenen Einzelfällen vorkämen.
Rüdiger Thust, der von Seiten der Polizei an der Diskussion teilnahm, forderte vor allem wirksamere Instrumente im Kampf gegen die Mafia. In den letzten Jahren sei dieses Feld der Ermittlungen vernachlässigt worden, bedauerte Thust - der Schwerpunkt wurde auf Maßnahmen gegen terroristische Anschläge gesetzt. "Ein bärtiger Afghane mit Turban eignet sich eben deutlich besser als Feindbild als der freundliche Italiener, der nach dem Essen noch einen Grappa spendiert", bestätigt Reski.
Das romantisch verklärte Bild von der Mafia hält sich entsprechend hartnäckig in den Medien und in den Köpfen der Deutschen. Die meisten haben eben noch immer die charmanten Ehrenmänner vor Augen, die man aus Filmen wie Der Pate kennt. Dass dieses Bild in der Realität keiner ernsthaften Prüfung standhält, ist in Von Kamen nach Corleone nachzulesen.