Am 2. Dezember dieses Jahres wäre Marion Gräfin Dönhoff hundert Jahre alt geworden. Die große Dame des Journalismus war lange Chefredakteurin und Herausgeberin der ZEIT, sie hat das Blatt geprägt und auf diese Weise vieles bewegt. Der Kampf für die Freiheit, nicht zuletzt im Widerstand gegen die Nationalsozialisten, war der promovierten Volkswirtin aber ihr ganzes Leben lang in allen Lebensbereichen der wichtigste Antrieb: "Ich bin gegen Demagogie, Dogmatik und Ideologie", so sagte sie über sich selbst. Als "moralische Instanz und Mahnerin" nahm sie unentwegt "Einfluss auf die politische und gesellschaftliche Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland" (Preußische Allgemeine Zeitung).
Im Rahmen einer Hommage anlässlich des 100. Geburtstags der Gräfin lasen Friedrich Dönhoff, ihr Großneffe, und Irene Brauer, ihre langjährige Sekretärin, Aufzeichnungen der Journalistin und zeigten zahlreiche Fotos aus ihrem Leben, das trotz aller scheinbaren Brüche "doch ein Leben der Konstante war: im Politischen wie im Privaten. Die kluge Auswahl von Tagebucheintragungen und Briefen, die Friedrich Dönhoff und Irene Brauer zusammengetragen haben, zeigen beides" (Deutschlandradio).
Die mehr als 350 Zuschauer, die der Einladung der Heymann Buchhandlung und des HOFFMANN UND CAMPE Verlags ins Altonaer Theater gefolgt waren, vollzogen gebannt die Lebensgeschichte einer großen Frau nach - von der ostpreußischen Aristokratentochter zur leidenschaftlichen Kämpferin und bedeutenden Publizistin.