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"Die Auflehnung": Widerstand oder Unterwerfung - zwei Männer stehen vor dieser Alternative. Sie sind Brüder. Der eine, Frank Wittmann, ein erfahrener Teichwirt, sieht seinen Besitz durch Rivalen bedroht, die unter dem Schutz des Gesetzes stehen. Es wird von ihm erwartet, dass er das geltende Recht respektiert; doch das würde seinen Ruin bedeuten. Nicht bereit zur Selbstaufgabe, entschließt er sich, den Schutz seiner Existenz in die eigene Hand zu nehmen; überzeugt davon, dass das Gesetz ihm keine andere Wahl läßt, entscheidet er sich, es zu mißachten.
Sein Bruder Willy, ein international bekannter Teekoster, dessen sensibler Geschmackssinn seiner Firma zu Erfolg und Ansehen verhalf, repräsentiert eine andere Spielart der Auflehnung. Als er eines Tages entdeckt, dass er seiner besonderen Fähigkeit nicht mehr sicher und daß auf sein Urteil kein Verlaß mehr ist, kündigt er und verläßt die Firma. Gleichwohl kann er sich mit dem schwerwiegenden Verlust nicht abfinden: immer wieder stellt er Versuche an, forscht, prüft, sucht sich zu versichern, von dem Wunsch erfüllt, zurückzugewinnen, was er einmal besessen hat. Allerdings bleibt ihm dabei die Erfahrung nicht erspart, dass es Auflehnungen gibt, die sinnlos sind.´
"Beide Brüder" - so urteilte Ekkehart Rudolph im Norddeutschen Rundfunk -, "scheitern in ihrer Auflehnung gegen eine unverschuldete Zwangslage. Keiner hat eine Chance, und beide wissen das. Dennoch nehmen sie die Herausforderung an und wehren sich: der eine mit der Bereitschaft zum Kompromiss, der andere mit riskanter Unbeugsamkeit. Jeder handelt aus seiner Sicht richtig, und jeder vergeblich. Doch steht die Niederlage hier nicht im Zeichen der Hoffnungslosigkeit. Vielmehr wird deutlich, dass für ein Leben nicht immer nur das wichtig ist, was einer erreicht, sondern eher das, was er tut und was er versucht. Schlüssig und psychologisch einleuchtend geht das aus dem Verlauf der Geschichte hervor. Nichts ist da gewaltsam konstruiert oder künstlich zu Konflikten gebündelt worden. Ein Stück alltägliches Leben wird hier vergegenwärtigt, und das so sinnlich und überzeugend, dass der Leser entsprechende eigene Erfahrungen darin suchen und überprüfen kann. Ein anregendes Buch."
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