Im voll besetzten Saal des Hamburger Literaturhauses präsentierte Matthias Politycki am 2. März seinen neuen Gedichtband „Die Sekunden danach. 88 Gedichte“. Maike Schiller vom Hamburger Abendblatt führte charmant in den Abend und das dichterische Werk Polityckis ein. Doch letztlich konnte sie darauf zählen, dass das gespannte Publikum längst wusste, mit wem sie es zu tun hatte: “Wir kennen ihn – ein guter Autor“. so zitierte Maike Schiller treffend die Kollegin Elke Heidenreich.
Mehr als hundert Gäste verfolgten das Gespräch zwischen Dichter und Journalistin und natürlich die Rezitation einiger Gedichte durch Politycki selbst. Der „Lyrik-Realo“ las zu verschiedenen Themen aus „Die Sekunden danach“: Das Publikum hörte amüsiert vom „Lockvogelgrüßgott des Arschgeweihs“, von den hinreißenden Hornhautrunzeln einer „Badeschlappenschönheit“, aber auch Texte zu Alter und Vergänglichkeit. Matthias Politycki erklärte, wie aus E-Mail-Text Poesie wird, wie er im Dauerlauf die Pflanzen wieder für sich entdeckte – besonders eindrucksvoll: der wilde und große Rhabarber! – und was für ein Gefühl es war, für eine Weile denselben Ausblick wie Brecht zu genießen.
Mit Leichtigkeiten sorgten Politycki und Schiller für herzhafte Lacher zum Ende der Veranstaltung,
als sie gemeinsam „Was dagegen hilft“ lasen – sowohl in seiner weiblichen als auch in der männlichen Version. So verließ niemand den Raum ohne den dringlichen Rat, Beistand in „Weine, Wärmflasche, Wiedergeburt“ zu suchen, doch keinesfalls draufloszugrapschen.
Ohnehin genossen auch nach der Lesung viele Gäste noch die wunderbare Atmosphäre im Saal und nutzten die Gelegenheit, ein paar Worte mit dem Autor zu wechseln oder ihn um eine Widmung zu bitten.