Der Hoffmann und Campe Verlag stellt sich geschlossen hinter seinen Autor Karamba Diaby und kündigt eine Demonstration gegen Rassismus an

© Michael Bader

Nach den Angriffen auf sein Bürgerbüro in Halle vergangene Woche erhält Karamba Diaby jetzt Morddrohungen von Rechtsradikalen. Die Mitarbeiter*innen des Hoffmann und Campe Verlags sind entsetzt über die Vorkommnisse und stellen sich entschieden hinter ihren Autor Karamba Diaby.

Tim Jung, Verleger von Hoffmann und Campe: »Die Morddrohungen gegen unseren Autor Dr. Karamba Diaby sind ein Angriff auf alle, die in Frieden und Freiheit in einer demokratischen und aufgeklärten Gesellschaft leben wollen – und damit auch ein Angriff auf alles, wofür Hoffmann und Campe als Verlag von Heinrich Heine steht.«

Um ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen, meldet der Hoffmann und Campe Verlag eine Demonstration am 21. März 2020, dem Internationalen Tag gegen Rassismus, in Hamburg an.

Karamba Diaby, geboren 1961 in Marsassoum, Senegal, kam 1985 zum Studieren in die DDR – und blieb. Seine Dissertation im Fach Geoökologie schrieb er über Schrebergärten in seiner neuen Heimat Halle. Nach jahrelangem und vielfältigem Engagement für Integration und gegen Rassismus wurde Diaby, mittlerweile Mitglied der SPD, 2009 Mitglied des Stadtrats von Halle. 2013 wurde er als erster in Afrika geborener Kandidat in den Deutschen Bundestag gewählt. Diaby ist verheiratet und Vater dreier Kinder.

Mit Karamba in den Bundestag. Mein Weg vom Senegal ins deutsche Parlament von Karamba Diaby mit Eva Sudholt ist im Herbst 2016 bei Hoffmann und Campe erschienen.