Verlagsgeschichte: 1945 – 1981



1946
Im Herbst 1946 erscheint das erste Nachkriegsprogramm. Es umfasst 13 Titel, 34 weitere werden angekündigt. Der Schwerpunkt des Programms liegt auf übersetzter Belletristik (aus dem Englischen, dem Französischen und Finnischen). In der „Drei Türme Edition“, unter dieser Bezeichnung firmiert der Musikverlag, werden Noten und musikalische Fachliteratur veröffentlicht.


1947
Friedrich Everling veröffentlicht unter dem Pseudonym Schlehdorn den Roman Der Flüchtling Du Chêne.


1948
• Prof. Alfred Mahlau entwickelt das Verlagssignet, das noch noch heute im Einsatz ist.
• Im Mai erscheint die erste Ausgabe von MERIAN. Bis 1954 konzentriert sich die monographische Zeitschrift ausschließlich auf deutsche Themen.


1949
• Martinus Christensen scheidet aus dem HOFFMANN UND CAMPE Verlag aus, Kurt Ganske wird Alleininhaber. 
• Rudolf Soelter wird Verlagsleiter Programm.
• Grantly Dick-Read: Mutterwerden ohne Schmerz
• Dinah Nelken: Ich an Dich


1950

Paul Böckmann: Formgeschichte der deutschen Dichtung


1951

Siegfried Lenz veröffentlicht bei HOFFMANN UND CAMPE seinen ersten Roman Es waren Habichte in der Luft. Seitdem erscheinen alle seine Bücher bei HOFFMANN UND CAMPE.


1952
• Percy Ernst Schramm: Hamburg, Deutschland und die Welt
• Paul Herrmann: Sieben vorbei und acht verweht. Das Abenteuer der frühen Entdeckungen


1953
• Dr. Albrecht Bürkle, seit 1947 als Lektor und Redakteur im HOFFMANN UND CAMPE Verlag tätig, wird Verlagsleiter.
• Peter von Zahn: Fremde Freunde. Bericht aus der neuen Welt


1954
• Alice Ekert-Rotholz: Reis aus Silberschalen
• Clemens Wilmenrod: Es liegt mir auf der Zunge


1955
• Siegfried Lenz: So zärtlich war Suleyken. Masurische Geschichten
• Max Tau: Denn über uns ist der Himmel
• Hanz Scholz veröffentlicht sein unterhaltendes Kriegs- und  Nachkriegspanorama Am grünen Strand der Spree.


1956
• 175 Jahre Hoffmann und Campe Verlag·
• Start der Reihe Campe-Klassiker, die bis 1971 fortgesetzt wird. Als erste Titel erscheinen eine einbändigen Heine-Jubiläumsausgabe sowie eine vierbändigen Goethe-Auswahl. Die Reihe markiert den Beginn einer bewussten Klassikerpflege bei HOFFMANN UND CAMPE.
• Alice Ekert-Rotholz: Wo Tränen verboten sind. Roman der Wandlungen
• Grantly Dick-Read: Der Weg zur natürlichen Geburt


1957
• Gerhard Nebel: An den Säulen des Hevakles
• Gerhard Nebel: Die Not der Götter


1958
Michel de Castillo: Elegie der Nacht. Dokumentarischer Roman


1959
• Die von Caesar Heinemann geschaffene Heine-Plakette wird auf dem Grundstück am Harvestehuder Weg neu angebracht. Die Plakette wurde 1898 am damaligen Verlagshaus HOFFMANN UND CAMPE enthüllt. 1939 war sie abmontiert und versteckt worden. Nach dem Krieg erhielt sie im Eingang des Embdenschen Hauses an der Esplanade, seinerzeit Wohnsitz von Heines Schwester, ein Übergangsdomizil.
• M. Y. Ben-Gavriêl: Der Mann im Stadttor
• Joy Adamson: Frei geboren


1961
• Unter dem Titel Das Land, das ich verlassen mußte erscheinen die autobiographischen Aufzeichnungen des ersten Friedenspreisträgers des Deutschen Buchhandels Max Tau.
• Alice Ekert-Rotholz: Mohn in den Bergen
• Michel del Castillo: Der Plakatkleber


1962
• Erstmals erscheint das Heine-Jahrbuch, hrsg. vom Heine-Archiv Düsseldorf, Schriftleitung Eberhard Galley. Die Reihe wird bis 1994 fortgesetzt.
• Start der MERIAN-Bibliothek mit Matthaeus Merians Deutsche Städte. Veduten aus der Topographia Germaniae
• Carl Brinitzer: Das streitbare Leben des Verlegers Julius Campe


1963
• Dr. Albrecht Bürkle, Verlagsleiter, MERIAN-Herausgeber und Leiter des literarischen Lektorats verstirbt im Alter von 48 Jahren. Sein Nachfolger wird Dr. Egon Schramm.
• Hubert Fichte: Der Aufbruch nach Turku


1965
• Beginn der Reihe Cabinet der Lyrik, die von Rudolf Hagelstange betreut wird.
• Pablo Neruda: Die Höhen von Macchu Picchu. Mit 11 farbigen Original-Holzschnitten von HAP Grieshaber, bibliophiler Druck der STAMPERIA VALDONEGA, Verona.


1966
• Der Lyriker Walter Helmut Fritz erhält den von Kurt Ganske gestiften Heine-Taler. Sein Lyrikband Die Zuverlässigkeit der Unruhe wird veröffentlicht. Seither erscheinen seine Gedichte und Prosagedichte bei HOFFMANN UND CAMPE.
• Mit Deutschland, deine Preußen von Dieter Wildt beginnt die Reihe „Deutschland deine...“, in der im Lauf der Jahre mehr als 15 Bände erscheinen.
• Die erste Serie von Jahr und Jahrgang erscheint.
• Kay Hoff: Bödelstedt oder Würstchen bürgerlich
• Heinz Piontek: Klartext. Gedichte


1967
• Dr. Albrecht Knaus übernimmt die verlegerische Leitung des Buchverlages. Von 1973 bis 1977 ist er Mitgesellschafter des HOFFMANN UND CAMPE Verlags.
• Heinz Piontek: Die mittleren Jahre
• Thaddäus Troll: Deutschland deine Schwaben
• Franz Degenhardt: Spiel nicht mit den Schmuddelkindern


1968
Deutschstunde von Siegfried Lenz erscheint bei HOFFMANN UND CAMPE. Der Roman wird in mehr als 20 Sprachen übersetzt und zählt zu den Klassikern der modernen Weltliteratur.
• Mit Sex nach Sechzig und Fit, elastisch und gesund erscheinen die ersten Bände der populären Ratgeberreihe Experten zur Sache, die bis 1980 fortgesetzt wird.
• Jean Jacques Servan-Schreiber: Die amerikanische Herausforderung


1969
• Der HOFFMANN UND CAMPE Verlag erwirbt, zusammen mit den Rechten am Gesamtwerk Hans Henny Jahnns, den Heinrich Heine Verlag. Mit den Rechten wird auch die Verlagsbezeichnung „Heinrich-Heine-Verlag“ erworben. 
• Innerhalb der neuen Reihe Standpunkt erscheinen Analysen, Dokumente und Pamphlete zu aktuellen Themen. Autoren sind u.a. Kurt Sontheimer, Wolfgang Schmidbauer, Ota Šik u.a.
• Rudolf Hagelstange: Altherrensommer
• Ferdinand Lundberg: Die Reichen und die Superreichen
• Hans Bürger-Prinz: Ein Psychiater berichtet


1970
• Die von Willy Fleckhaus und Hoimar von Ditfurth für 1970 geplante populärwissenschaftliche Zeitschrift Apollo erscheint unter dem Titel akut erstmals im Februar, wird jedoch im Juli des gleichen Jahres eingestellt. Insgesamt werden 11 Ausgaben veröffentlicht; Chefredakteur ist Erwin Lausch.
• In Zusammenarbeit mit dem Düsseldorfer Heinrich-Heine-Institut werden die Heine-Studien herausgebracht.
• Siegfried Lenz: Gesammelte Erzählungen
• Hoimar von Dithfurth: Kinder des Weltalls
• Utta Danella: Niemandsland
• Erich Segal: Love Story
• Hans Werner Richter: Deutschland, deine Pommern
• Willy Brandt: Der Wille zum Frieden


1972
• Der HOFFMANN UND CAMPE Verlag beginnt mit dem systematischen Auf- und Ausbau eines sozial- und geisteswissenschaftlichen Wissenschaftsprogramms. Ab 1972 erscheinen 130 Titel in der Reihe Kritische Wissenschaft, zu deren Autoren Karl Popper, Hans Albert, Ossip K. Flechtheim, Ota Šik u.a. zählen.
• Thomas Gordon: Familienkonferenz
• Herman Wouk: Der Feuersturm
• Dee Brown: Begrabt mein Herz an der Biegung des Flusses
• Hoimar von Ditfurth: Im Anfang war der Wasserstoff


1973
• Beginn der Historisch-kritischen Gesamtausgabe der Werke Heinrich Heines in 16 Bänden, die von dem Düsseldorfer Germanisten Manfred Windfuhr herausgegeben wird.
• Siegfried Lenz: Das Vorbild
• Horst Krüger: Zeitgelächter
• Utta Danella: Der blaue Vogel
• Karl R. Popper: Objektive Erkenntnis


1974
• Hans Henny Jahnn: Werke und Tagebücher, hrsg. v. Thomas Freeman und Thomas Scheuffelen. Die Werkausgabe enthält die Erstveröffentlichung der Tagebücher Jahnns nach handschriftlichen Manuskripten.
• Hubert Fichte: Versuch über die Pubertät
• John le Carré: Dame, König, As, Spion


1975
• Siegfried Lenz: Der Geist der Mirabelle. Geschichten aus Bollerup
• Siegfried Lenz: Einstein überquert die Elbe bei Hamburg
• Manfred Bieler: Der Mädchenkrieg
• Utta Danella: Die Hochzeit auf dem Lande
• Ingmar Bergmann: Szenen einer Ehe
• Fritz J. Raddatz: Karl Marx


1976
• HOFFMANN UND CAMPE entwickelt ein anspruchsvolles Programm aufwendiger Bildtextbände im Großformat. Die Reihe wird mit dem Titel Das große Buch der Windjammer von Frank Grube und Gerhard Richter gestartet.
• Heinz Piontek wird mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet.
• Hoimar von Ditfurth: Der Geist fiel nicht vom Himmel
• Arno Surminski: Aus dem Nest gefallen
• Willy Brandt: Begegnungen und Einsichten
• Lew Kopelew: Aufbewahren für alle Zeit


1977
• Dr. Albrecht Knaus verläßt den HOFFMANN UND CAMPE Verlag, um einen eigenen Verlag zu gründen. Eberhard Böckel übernimmt die Fortführung und Weiterentwicklung des Belletristikprogramms; das Sachbuch- und Wissenschaftsprogramm bleiben in der Verantwortung von Hans-Helmut Röhring.
• John le Carrée: Eine Art Held
• Uta Danella: Der dunkle Strom
• Michel Tournier: Zwillingssterne
• Ben Witter: Nachts, wenn wir schlafen
• Joseph Goebbels: Tagebücher 1945. Die letzten Aufzeichnungen


1978

• HOFFMANN UND CAMPE wird Gesellschafter des 1960 gegründeten Deutschen Taschenbuch Verlages, München
• Übernahme des Schweizer Reich-Verlags von McGraw-Hill, zu dessen Autoren besonders die kritischen Schriftsteller des „Prager Frühlings“ gehören. Es entsteht die Edition Reich im HOFFMANN UND CAMPE Verlag, in der Autoren wie Pavel Kohout, Jiri Grusa, Ivan Klíma, Ludvik Vaculik, Alexander Kliment und Eda Kriseová erscheinen. 1982 wird dieser Verlagsbestandteil wieder verkauft.
• Mit der neuen Reihe Realistische Literatur baut HOFFMANN UND CAMPE sein Literaturprogramm weiter aus. Es erscheinen Lizenzausgaben von DDR-Autoren wie Franz Fühmann und Erich Loest, Übersetzungen tschechischer sowie Erstdrucke junger deutscher Schriftsteller.
• Siegfried Lenz: Heimatmuseum
• Alice Ekert-Rotholz: Gastpiel am Rialto
• Ingmar Bergmann: Herbstsonate
• Arno Surminski: Kudenow oder An fremden Wassern weinen


1979
• Thomas Ganske tritt die Nachfolge Kurt Ganskes als Verleger an.
• Lew Kopelew: Und schuf mir einen Götzen. Lehrjahre eines Kommunisten


1980
• Start der Buchreihe Bücher zur Sache. Als einer der ersten Titel erscheint Lea Fleischmanns Dies ist nicht mein Land
• Pavel Kohout: Die Einfälle der heiligen Klara
• Uta Danella: Flutwelle
• Arno Surminski: Fremdes Land oder Als die Freiheit noch zu haben war
• Otto Waalkes u.a.: Das Buch OTTO
Amerika, Amerika. Das große Buch der USA, hrsg. v. Frank Grube/Gerhard Richter

 

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